Wahlprogramm der FDP Bad Nauheim 2021-2026

13.01.2021

Unser Wahlprogramm als Datei finden Sie unter folgendem Link:

Bad Nauheim: Gesundheitsstadt, Familienmagnet, Kulturzentrum – und ein bedeutender Wirtschaftsstandort. Als lebendige Stadt im Grünen ziehen wir Einheimische und Gäste gleichermaßen an. Mehr denn je liegen uns mittelständische Unternehmen in schwierigen Zeiten am Herzen. Eine florierende Stadt, in der Leben und Arbeiten Hand in Hand gehen, ist unsere Vision für 2026.
  • Das medizinische Angebot Bad Nauheims liegt qualitativ weit über dem anderer Gesundheitsstädte. Ein Großteil der Leistungen wird jedoch über gesetzlichen Versicherungsschutz finanziert. Dies schafft Abhängigkeit und stellt ein zunehmendes Risiko für die zukünftige Entwicklung dieses Bereiches dar. Um die Wirtschaftsstruktur unabhängiger zu machen, wollen wir die Attraktivität für privat finanzierte Inanspruchnahme medizinischer Dienstleistungen als Gegengewicht stark ausbauen.
  • Den außergewöhnlichen medizinischen Standort zusammen mit dem einmaligen Jugendstilambiente (Sprudelhof, Trinkkuranlage, Kurpark etc.) unserer Stadt wollen wir besser und zielstrebiger vermarkten.
  • Wir können es kaum erwarten, dass unsere Therme ihre Türen wieder öffnet. Die von uns befürchteten Komplikationen bei der Anbindung an das Badehaus 2 sind leider eingetreten. Eine parallele Fertigstellung von Therme und Saunalandschaft ist in Gefahr. Damit wir mit der neuen Therme ein erfolgreiches Kapitel beginnen können, fordern wir die gemeinsame Eröffnung.
  • Unseren Gästen wollen wir alle Möglichkeiten bieten, sich in Bad Nauheim wohlzufühlen. Wir setzen daher auf einen Mix aus klassischen Hotels und alternativen Konzepten, wie Boutique-Hotels, Ferienwohnungen oder Hostels.
  • Wir unterstützen den Einzelhandel bei seinen vielfältigen Veranstaltungen. Eine lebendige Innenstadt ist das schlagende Herz Bad Nauheims.
  • Wir sehen in Bad Nauheim ein ungeschöpftes Potential für innovative Unternehmen aus dem Bereich Medizin, Gesundheit und Biotechnologie. Forschung und Entwicklung wollen wir als Standbein in Bad Nauheim etablieren. Warum kommt der Corona-Impfstoff eigentlich nicht aus Bad Nauheim?!
  • Als moderne Stadt haben wir den Anspruch, alle Haushalte und Unternehmen bis ins Haus direkt an das Glasfasernetz anzubinden. Dieses Mammutprojekt wollen wir uns leisten – unsere Stadtwerke sind dafür bestens aufgestellt.

Umwelt- und Klimaschutz hat die FDP bereits 1971 als erste westdeutsche Partei in ihrem Programm verankert. Innovative Technologien wie Windkraft und Sonnenenergie ermöglichen eine schadstofffreie Energieerzeugung, eine Chance für Kommunen, Gewerbetreibende und private Haushalte zusätzliche Einnahmen zu generieren und sich gegen zukünftige Preissteigerungen abzusichern. Umweltschutz durch Innovation wollen wir unterstützen und fördern.
  • Eine weitere Stütze ist eine sinnvolle Verkehrsentwicklung. In den letzten Jahren hat sich die FDP dafür stark gemacht, den seinerzeit maßgeblich von uns mitgeprägten Verkehrsentwicklungsplan und seine Maßnahmen umzusetzen. Dafür stehen wir auch weiterhin. Wir gehen davon aus, dass der Individualverkehr auch in Zukunft seinen besonderen Stellenwert für die Menschen behalten wird. Mehr denn je fordern aber auch alle anderen Verkehrsteilnehmer:innen gleichrangige Lösungen, weshalb die Weichen für den zukünftigen Verkehr jetzt gestellt werden müssen.
  • Die Innenstadt soll zum Verweilen einladen. Einkaufen, Flanieren, Leben in Bad Nauheim,
    das soll ein Erlebnis sein:
  • Dafür braucht es Parkraum, von dem aus der Innenstadt leicht erreichbar ist, fußläufig oder mittels eines perfekt abgestimmten Mobilitätskonzepts.
    Wir schlagen ein intelligentes Parkleitsystem und zusätzlichen Parkraum, vorzugsweise an der innerstädtischen Peripherie vor.
  • Lange Wartezeiten, starre Busfahrpläne sind nicht mehr zeitgemäß und werden durch neue Mobilitätskonzepte wie z.B. „On Demand Shuttle Service“ abgelöst. Dieser zeichnet sich durch hohe Flexibilität, bedarfsgerechte Steuerung, jeweils angepasst an die Anforderungen des Kunden aus. In dieses Konzept können sowohl periphere Parkplätze als auch die Ortsteile, für die dies einen großen Gewinn an Lebensqualität durch flexible Anbindung auch bis in die Abendstunden wäre, eingebunden werden.
  • Um den Bürgern einen Umstieg auf Elektroautos und –fahrräder zu ermöglichen, muss im gesamten Stadtgebiet eine ausreichende und bedarfsgerechte Ladeinfrastruktur geschaffen werden.
  • Parkstraße, Hauptstraße, Kur-, Karl- und Friedrichstraße werden aufgewertet und dienen als „Shared Spaces“. Die Aufenthalts- und Erlebnisqualität steigern wir hierdurch enorm. ÖPNV, Radfahrer:innen, Fußgänger:innen und Autos nehmen gleichberechtigt am Verkehr teil. Exklusives Anwohner:innenparken soll zu diesem Zweck in großen Teilen der Innen- und Altstadt eingeführt werden.
  • Durch den so stark verlagerten Verkehr raus aus der Innenstadt kann eine neue Verkehrsführung (Einbahnstraßenring Innenstadt; Zugang über Parkstraße, Abfluss über Hauptstraße, Eleonorenring und Mittelstraße) umgesetzt werden, die zusätzlich zur Verkehrsberuhigung beiträgt.
  • Die Innenstadt bleibt weiterhin bestens angebunden – das bleibt höchste Priorität der FDP.
  • Wer zu Fuß durch Bad Nauheim geht, hat Sicherheit im Straßenverkehr verdient. Insbesondere für in ihrer Mobilität eingeschränkte Menschen gibt es in den Straßen Bad Nauheims noch eine ganze Reihe an Stolperfallen und Gefahrenpunkten. Wir fordern auch weiterhin, Bad Nauheim inklusiv und barrierefrei auszugestalten und nachzubessern, wo es nötig ist.
  • Der Ausbau von Radfahrer:innenschutzstreifen und des Radwegenetzes muss fortgesetzt werden. Eine für Radfahrer:innen attraktive Stadt bietet eine hohe Aufenthaltsqualität und unterstreicht unser Image der Gesundheitsstadt.
  • Die Anzahl von Fahrradständern und Radboxen, etwa zur sicheren Aufbewahrung am Bahnhof, soll in den kommenden Jahren gesteigert werden. Den Entwicklungen der letzten Jahre muss man dabei natürlich ebenfalls begegnen: Akku-Safes mit Ladefunktion für E-Bikes am Bahnhof sowie eine entsprechend ausgestattete Station in der Innenstadt wären innovativ und hilfreich.
  • Weiterhin fordern wir eine Verlängerung der S-Bahnlinie 6 (zukünftig Bad Nauheim – Friedberg – Frankfurt am Main).
  • Die Idee einer Seilbahn (Alte Wäscherei–Aliceplatz–Johannisberg) halten wir für diskussionswürdig.
  • Mit gutem Beispiel voran: Bei öffentlichen Aufträgen fordern wir, dass in Zukunft smarte und klimafreundliche Baustoffe stärker berücksichtigt werden. Dabei handelt es sich etwa um Regenwasser speichernde Pflastersteine, um helle Bodenbeläge, welche die Stadtluft im Sommer weniger aufheizen. Mit Titanoxid beschichtete Bodenplatten können mithilfe des Sonnenlichts gar Stickoxide in Nitrat umwandelt und so zu einer besseren Luft beitragen.
  • Die gute Bad Nauheimer Infrastruktur muss permanent auf die Sicherstellung der städtischen Wasserversorgung und die Zuverlässigkeit des Stromnetzes geprüft werden.

Wer einen Haushalt aufstellt, gestaltet. Und das wollen wir tun. Doch um gestalten zu können, brauchen wir eine solide Grundlage. Entscheidungen, die wir fällen, sollen zielführend und nachhaltig sein – denn wir stehen für eine Politik, die rechnen kann.
  • Wir wollen Bad Nauheim wirtschaftlich, sozial und kulturell nachhaltig weiterentwickeln.  Die Lebens- und Wohnqualität der Bürger:innen ist bereits heute sehr hoch. Wir streben nach mehr: Strategisch richtige Investitionen zahlen sich längerfristig aus, weshalb wir uns nicht davor scheuen, Geld in die Hand zu nehmen, wo es nötig ist.
  • Die Vorteile interkommunaler Zusammenarbeit – insbesondere zwischen Bad Nauheim und Friedberg – wollen wir besser nutzen. So können wir neue Projekte effizient realisieren, beispielsweise Feuerwehr, Eisstadion, öffentlicher Nahverkehr.
  • Das Usa-Wellenbad wollen wir für unsere Bürger:innen und Gäste zukunftsfähig modernisieren. Friedberg und Bad Nauheim teilen sich aktuell ein gewaltiges Defizit. Dieses Schwimmbad bedarf einer Umstrukturierung, um effizient und attraktiv zu sein. Anstelle des Zweckverbands eine interkommunale GmbH zu errichten, halten wir für den richtigen Schritt.
  • Städtische Grundstücke wollen wir in Zukunft in Erbpacht an neue Besitzer:innen abtreten. Langfristig gesehen bietet sich der Stadt so mehr Gestaltungsspielraum als der bloße Verkauf.
  • Die Grundsteuerbelastung der Bürger:innen und die Gewerbesteuerbelastung der Unternehmen in Bad Nauheims ist hoch genug. Deshalb lehnen wir weitere Erhöhungen ab und fordern eine Senkung der Grundsteuer.
  • Wir fordern, dass Bund und Land die Kommunen finanziell besser ausstatten. Je mehr Ihrer Steuern vor Ort investiert werden, desto mehr können Sie mitgestalten!
  • In der Vergangenheit hat die FDP eine geordnete Haushaltsführung eingefordert. Das konsequente Nachhaken unserer Fraktion und personelle Veränderungen im Magistrat haben dazu geführt, dass Bad Nauheim heute besser aufgestellt ist als noch vor einigen Jahren. Gleichwohl bleiben wir bei der Forderung, dass geprüfte Jahresabschlüsse vorgelegt werden müssen, bevor der neue Haushalt beschlossen wird.
  • Bei geplanten städtischen Projekten fordern wir von Magistrat und Verwaltung größtmögliche transparente Darlegung bezüglich Umsetzung und realistischer Budgetplanung. Uns Liberalen ist es dabei wichtig, dass solche Projekte sowohl ökonomisch sinnvoll als auch nachhaltig und klimafreundlich gestaltet werden. Die Bürger:innen sollen über den aktuellen Sachstand bei Großprojekten regelmäßig informiert werden.

Gründe, sich in Bad Nauheim wohl zu fühlen, gibt es viele. Damit das für alle Bürger:innen in Zukunft so bleibt, fordern wir ein gesundes Wachstum, das den unterschiedlichen Bedürfnissen nach Wohnraum gerecht wird. Das Zusammenleben aller Bad Nauheimer:innen wird durch die Freiheit gemeinschaftlicher Initiativen in der Gesellschaft ebenso geformt wie durch die Kraft und Verantwortung des Einzelnen.
  • Ein zentrales Anliegen für uns Liberale ist es, einen Rahmen zu schaffen, in dem alle Bad Nauheimer:innen sich wohl- und angenommen fühlen. Durch den Zuzug zahlreicher junger Familien in die Neubaugebiete hat sich die Struktur und das Durchschnittsalter der Einwohner:innen Bad Nauheims deutlich verändert. Die sich daraus ergebenden Aufgaben bedürfen intelligenter und ausgewogener Lösungen. Junge Familien setzen verglichen mit den Interessen und Anliegen der Senioren ganz andere Prioritäten. Bad Nauheim heißt alle seine Bürger:innen willkommen. Wer mit uns zusammen hier lebt, soll nicht aus finanziellen Gründen wegziehen müssen. Wir sorgen dafür, dass neue Wohnprojekte bezahlbar bleiben. Wir setzen uns für einen ausgewogenen Mix an Angeboten ein. Auch die städtische Wohnungsbaugesellschaft steht in der Pflicht, ihr Portfolio in diesem Sinne umzubauen. Bei neuen Bauprojekten nehmen wir Investor:innen mit einem Beitrag zur Schaffung von bezahlbaren Wohnraum in die Pflicht.
  • Junge Menschen brauchen ihren Freiraum. Diesen Raum zum Entfalten wollen wir sicherstellen. Mit einem neuen Angebot am Goldstein ist diese Aufgabe allerdings noch nicht erfüllt. Ein attraktives Nachtleben gehört zu einer attraktiven Stadt wie Bad Nauheim.
  • In Bad Nauheim gibt es bereits sehr gute Präventionsprojekte wie KiKs Up oder Elternbetreuung von Anfang an (EvA). Ebenfalls unterstützen wir die Arbeit des Jugendzentrums Alte Feuerwache.  
  • Für Senior:innen ist Bad Nauheim sehr attraktiv und übt als Gesundheitsstadt mit hoher medizinischer Kompetenz große Anziehungskraft aus. Unverändert großer Nachholbedarf besteht beim Thema Barrierefreiheit, der nicht nur in der aktuellen Verkehrsinfrastruktur (z.B. Gehwege), sondern auch bei neuen Bau– und Sanierungsvorhaben selbstverständlich sein muss.
  • Den bereits ausgewiesenen Flächen für Neubaugebieten stehen wir positiv gegenüber – ökonomisch und ökologisch müssen die Konzepte zur Bebauung jedoch positiv zur Stadtentwicklung beitragen. Die Bebauung des Friedhofserweiterungsgeländes in Nieder-Mörlen lehnen wir daher ab.
  • Wir müssen Rahmenbedingungen für neue Wohnformen und -modelle, wie z. B. Mehrgenerationenwohnungen und -häuser, auch in Kombination mit gewerblich genutzten Räumen, schaffen. Dies bedarf Überlegungen, neue Baugebiete innovativ und flexibel zu gestalten, um Wohnraum an die sich ständig verändernden Lebensverhältnisse anzupassen: Als Single und junges Paar eine kleine Wohneinheit, später als Familie ein Haus und im Alter, wenn sich die Familie verkleinert, wieder eine kleine Wohneinheit, zum Beispiel Tiny Houses.
  • Wir fordern, die Straßenbeleuchtung weiter zu optimieren und – wo immer nötig – auszubauen. Die Bürger:innen sollen keine dunklen Ecken fürchten müssen, sondern zu jeder Zeit mit einem guten Gefühl durch Bad Nauheim gehen können. Dies gilt besonders auch für Parkanlagen, den Bahnhof und die Bad Nauheimer Ortsteile.
  • Bad Nauheim braucht einen rund um die Uhr besetzten Polizeiposten. Nur wenn Ordnungshüter:innen auf den Straßen unserer Stadt Präsenz zeigen und im Falle eines Falles direkt eingreifen können, können wir dafür Sorge tragen, dass das individuelle Sicherheitsempfinden steigt. Eine generelle Videoüberwachung der Bürger:innen Bad Nauheims lehnen wir ab. Stattdessen fordern wir wirksame präventive Maßnahmen, neben Ordnungsamt und Polizei auch den Einsatz von Sozialarbeiter:innen und Streetworker:innen.
  • Bis zum letzten Augenblick in Würde in Bad Nauheim zu leben, ist uns ein besonderes Anliegen. Deshalb unterstützen wir die Arbeit des Fördervereins Hospiz Wetterau e.V. uneingeschränkt. Das Ziel, ein stationäres Hospiz in unserer Stadt zu beheimaten, entspricht unserem Ideal eines selbstbestimmten Lebens.

Kultur bringt Menschen zusammen. Außerdem fördert die Auseinandersetzung mit Kunst und Kultur die individuelle und soziale Identität. Keine Frage – wir stehen für eine ganzheitliche Förderung von Bildungs- und Kulturangeboten. Denn Bildung ist die Grundlage für ein selbstbestimmtes Leben, was wir Liberale allen Bürger:innen ermöglichen wollen.
  • Die breit gefächerte Palette an Vereinen, die Fülle an vorhandenen Bildungsstätten sowie die große Vielfalt an kulturellen Veranstaltungen tragen wesentlich zur Attraktivität Bad Nauheims für alle Altersgruppen bei. Wir fordern, Bad Nauheim auch in Zukunft in diesem Sinne zu entwickeln. Einschränkungen dieses Angebots durch vorgeschobene Sparzwänge lehnen wir ab.
  • Der Sprudelhof ist das wahre Herz unserer Stadt. Es macht uns fassungslos, dass Jahrzehnte nach der Auflösung des Staatsbadbetriebs noch immer kein lebendiger Sprudelhof zum Anfassen und Erleben geschaffen worden ist. Daher fordern wir weiterhin und mit Nachdruck, dass die Verantwortlichen auf Landes-, Kreis-, Stiftungs- und Magistratsebene endlich einen Gang höher schalten.
  • Für einen lebendigen Sprudelhof fordern wir, ein Kulturzentrum mit städtischer Bühne im Behälterraum des Badehauses 3 unterzubringen. Außerdem soll die außerordentliche Initiative des Jugendstilvereins mit einem Jugenstilzentrum gewürdigt werden. Wo sonst, außer in der größten zusammenhängenden Jugendstilanlage Europas sollte dieses beheimatet sein!? Die Ansiedlung der Theodora-Konitzky-Pflegeakademie begrüßen wir mit Nachdruck.
  • Die geplante Übergangs-Spielstätte in der Trinkkuranlage ist notwendig, um den Kulturbetrieb der städtischen Bühne aufrecht zu erhalten. Wir sehen hierin jedoch keine dauerhafte Lösung. Es bleibt für uns bei einer Übergangslösung.
  • Zum Kultur-Hotspot Sprudelhof gehört natürlich auch die Musikschule. Als eine der größten Bildungseinrichtungen unserer Stadt genießt sie unsere besondere Beachtung. Um die ausgezeichnete Arbeit dieser Institution langfristig zu sichern, sollten nach dem Vorbild anderer Bundesländer dringend mehr Landesfördermittel fließen. Solange jedoch aus Wiesbaden keine Impulse kommen, liegt es an uns, dafür zu sorgen, dass die Qualität der musikalischen Erziehung nicht schwindet. Wir fordern daher eine Erhöhung des städtischen Zuschusses – auch aus sozialen Gründen. Eine Gesellschaft ist nur dann reich, wenn sie bei Bildung und Kultur keine Kompromisse macht.
  • Die hohe Qualität der Kindererziehung in Bad Nauheim hat überregionale Leuchtturmwirkung. Auch hier liegt es uns am Herzen, allen Kindern die besten Voraussetzungen und Chancen für den Start in ein erfolgreiches Leben zukommen zu lassen. Wir fordern, dass sichergestellt wird, dass unsere Kindertagesstätten das hohe Niveau halten können und Bad Nauheimer Kinder ideal gefördert werden. Das gut funktionierende und bestens angenommene Modulmodell (Buchung einzelner Betreuungszeiten nach Uhrzeit und Tag getrennt) soll beibehalten werden. Es bietet den Eltern hohe Flexibilität und steuert das Angebot bedarfsgerecht. Steigenden Kosten kann dabei jedoch nach unserer Auffassung nicht mit ständig steigenden Gebühren begegnet werden. Dass Kinder in Deutschland bestens ausgebildet werden, ist die Verantwortung der Gesamtgesellschaft, weshalb wir fordern, dass Kindertagesstätten wie unsere Schulen steuerfinanziert werden. Solange dies auf Landesebene nicht umgesetzt ist, haben wir ein besonderes Auge darauf, dass die Gebühren in den kommenden Jahren nicht weiter steigen.
  • Um die hohe fachliche Kompetenz unserer Erzieher:innen aufrecht zu erhalten, bedarf es nicht nur übertariflicher Entlohnung, sondern auch kreativer Anreize, besonders für Berufseinsteiger:innen. Das Angebot einer dualen Ausbildung in Kooperation mit der Berufsschule soll ausgebaut werden.
  • Die Schülerbetreuung am Nachmittag inklusive einer Hausaufgabenbetreuung ist flächendeckend an allen Schulen in Bad Nauheim auszubauen (sogenannter „Pakt für den Nachmittag“). Dies muss von Seiten der Schulen, des Kreises und des Landes dringend umgesetzt werden, da die Stadt hier nur wenig Handlungsspielraum hat. Nur im Falle des Wegfalls der bestehenden Angebote ist die Kommune in der Pflicht, eine Hortbetreuung anzubieten. Wir fordern, dass das Betreuungsangebot der Schulen sich an der Nachfrage orientiert – notfalls mit Unterstützung der Stadt.

Demokratie lebt von engagierten Bürger:innen. Selbstbestimmung in allen Lebenslagen heißt demokratische Mitbestimmung in unserer repräsentativen Demokratie. Deshalb wollen wir ehrenamtliches und bürgerschaftliches Engagement stärken.
  • Wir fordern, die Bürger:innen Bad Nauheims stärker als bisher an Entscheidungsprozessen zu beteiligen. Durch die Modernisierung und Wiedereinbindung der „Agenda 21“ mit Sprecherrat und Koordinierungsgruppe wollen wir Ideen und Anregungen der Bürger:innen in die Entscheidungen von Politik und Verwaltung einbinden. Wir wissen, dass die wahren Bad Nauheim-Expert:innen viel zahlreicher sind als die 41 Stadtverordneten. Wer sich mit seinem Fachwissen einbringen möchte, ist stets herzlich willkommen!
  • Die Transparenz in der Stadtpolitik wollen wir durch Live-Stream Übertragungen der Stadtparlamentsversammlungen und öffentliche Ausschusssitzungen erhöhen.
  • Die Mitgliedschaft und die Wahlberechtigung in sämtliche Gremien (konkret: Beiräte) soll unabhängig der Nationalität für alle Bürger:innen Bad Nauheims selbstverständlich sein, wo dies rechtlich möglich ist.
  • Die FDP steht für einen vorurteilsfreien, interreligiösen und interkulturellen Dialog sowie ein offenes Ansprechen von Missständen und entschlossenes Vorgehen gegen Gewalt. Daher fordern die Freien Demokraten die Erarbeitung eines Aktionsplans gegen Diskriminierung, Antisemitismus und Rassismus für Bad Nauheim zur vollen Teilhabe für alle Bevölkerungsgruppen.

Sport und Vereinsleben haben in Bad Nauheim eine herausragende Bedeutung. Sport verbindet uns Menschen miteinander unabhängig von unserer Herkunft und unterschiedlicher Anlagen. Die Werte unseres Grundgesetzes garantieren die Gleichberechtigung der Geschlechter, den Schutz von Minderheiten, die sexuelle Identität und die Religionsfreiheit. Unsere Vereine vor Ort leisten genau diese Integration und damit einen wichtigen Beitrag für unsere liberale Gesellschaft.
  • Die Freien Demokraten sprechen sich für den Neubau eines Eisstadions in der Talaue aus. Eine Sanierung des Colonel-Knight-Stadions ist auf Grund der zu erwartenden hohen Kosten nicht sinnvoll. Ein Neubau eines Eisstadions mit multifunktionalen Möglichkeiten inklusive einer zweiten Trainingshalle böte dem Eissport in Bad Nauheim große Entwicklungsmöglichkeiten. Gleichzeitig soll ein modernes Tagungs- und Kongresszentrum entstehen, welches das bisherige knappe Angebot der Stadt Bad Nauheim hervorragend ergänzen würde. Ohne einen Großinvestor und den EC-Bad Nauheim ist eine Realisierung des Projekts allerdings nicht machbar.
  • Die Förderung und Beratung der zahlreichen Vereine mit einem äußerst umfangreichen und vielfältigen Sportangebot durch die Stadt wollen wir unterstützen und weiter ausbauen.
  • Maßnahmen zur Existenzsicherung, auch in der schwierigen Zeit der Pandemie (u.a. durch Erstellung schlüssiger Hygienekonzepte), halten wir für unerlässlich. Zur Durchführung von Veranstaltungen und Trainingsbetrieb müssen ausreichende und durch kontinuierliche Modernisierung ausgestattete Hallen und Veranstaltungsorte zur Verfügung stehen. Ein:e Hygienbeaufragte:r der Stadt soll unserer Meinung nach beim Erstellen von Hygienekonzepten für Veranstaltungen und Großveranstaltungen helfen: Unser blühendes Vereinsleben wollen wir nicht verlieren.